Unterputzinstallation in massiven Brandschutzwänden

Brandschutzdose Unterputz

Eine innovative Brandschutzdose für die Unterputzinstallation in Brandschutzwänden, die in Massivbauweise erstellt worden sind, hat die KAISER Gruppe auf der Light+Building 2016 der Fachwelt präsentiert. Diese Neuheit erhält die Feuerwiderstandsdauer der Brandschutzwand von EI30 bis EI120 trotz der darin eingebetteten Elektroinstallation.

Eine der wichtigsten Aufgaben des baulichen Brandschutzes ist es, die Übertragungswege für Rauch und Feuer möglichst vollständig einzudämmen. Eine Schwachstelle kann hier neben ungenügenden Raumabschlüssen auch eine brandschutztechnisch unzureichende Elektroinstallation sein, durch die im Brandfall Fluchtwege nicht zuverlässig geschützt und damit Menschenleben gefährdet werden.

Bisher durften nach DIN 4102-4 in Brandschutzwänden nur dann Unterputzdosen eingesetzt werden, wenn eine Mindest-Restwandstärke von 60 mm erhalten blieb. Das galt zum einen für den gegenüberliegenden Einbau zwischen den installierten Dosen sowie zum anderen auch für die verbleibende Restwandstärke bei einseitigem Einbau.

Häufig werden Brandschutzwände der Massivbauweise aus Kalksandsteinen oder Hohlkammerziegeln in einer Stärke von 11,5 cm erstellt. Aufgrund des notwendigen Bauraumes nach DIN 49073 für Geräteeinsätze, wie z. B. Schalter oder Steckdosen sowie Klemmen, ist es zwangsläufig, dass die erforderliche Mindest-Restwandstärke von 60 mm unterschritten wird. Ein direkt gegenüberliegender Einbau wäre somit völlig ausgeschlossen. Ferner gilt es zu berücksichtigen, dass für die Erstellung der Installationsöffnung eine Schleifkrone mit einer Arbeitstiefe von bis zu 80 mm erforderlich ist. Schon alleine die Entnahme des massiven, nichtbrennbaren Materials sorgt für die Unterschreitung der Mindest-Restwandstärke. So könnte es im Brandfall zu einer Brandfortleitung aufgrund zu hoher Temperaturen oder eines Flammendurchschlags kommen. Auch eine Rauchfortleitung durch Hohlkammern in den Steinen ist möglich und muss zwingend vermieden werden.

Die neue Brandschutzdose Unterputz von KAISER sorgt jetzt für einen sicheren und rauchdichten Abschluss der Brandschutzwand, selbst wenn bei gegenüberliegendem oder einseitigem Einbau die Restwandstärke von 60 mm unterschritten wird. Möglich macht dies die sogenannte Active-Fire-Stop-Technik (AFS), mit der zahlreiche Produkte des Herstellers ausgestattet sind. Dabei handelt es sich um einen umhüllenden Dämmschichtbildner, der im Brandfall innerhalb kürzester Zeit aufschäumt. Er verschließt auf diese Weise selbsttätig die Installationsöffnungen und erhält die Feuerwiderstandsfähigkeit der Wand. Die Ausbreitung von Rauch und Feuer durch die Installationsöffnungen wird so zuverlässig verhindert.

Brandschutz durch das Elektrohandwerk

Ein zusätzlicher Montageaufwand mit Brandschutzmörtel oder -kitt entfällt, da der Brandschutz schon in der Elektroinstallationsdose integriert ist. Mit der Brandschutzdose Unterputz steht dem Elektrofachhandwerk jetzt eine praxisgerechte Lösung zur Verfügung, mit der der Brandschutz in Massivwänden bis zu einer Feuerwiderstandsdauer von EI120 schnell und ohne Mehraufwand gewährleistet werden kann. Dabei lässt sich die neue Brandschutzdose genauso einfach wie herkömmliche Unterputzdosen einsetzen.

Schnelle und einfache Montage

Die Brandschutzdose Unterputz kann in allen massiven Brandschutzwänden, z. B. aus Porenbeton, Kalksandstein oder Hochloch-Kammersteinen, installiert werden. Hierzu wird mit einer Schleifkrone eine Einbauöffnung von 82 mm Durchmesser erstellt. Die Befestigung erfolgt einfach mit Gips oder Schnellzement – ein spezieller Brandschutzmörtel ist nicht erforderlich. Bis zu einer Fünffach-Kombination ist der Einbau möglich. Hierzu werden die einzelnen Geräte-Verbindungsdosen über die Kombinationsstutzen sicher miteinander verrastet. Damit ist auch der normgerechte Kombinationsabstand von 71 mm gegeben.

Die Erstellung der passgenauen Leitungs- oder Rohreinführung erfolgt mit dem als Zubehör erhältlichen Universal-Öffnungsschneider. Bis zu vier Leitungen mit einem maximalen Durchmesser von 11,5 mm oder Installationsrohre bis M25 lassen sich in die Dose einführen. In Kombination mit einem optional erhältlichen Brandschutzdeckel kann die Dose auch als Verbindungsdose Verwendung finden.

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